Pressemitteilung von Mittwoch, 11. April 2007
Stadt Duisburg
Denkmalfibel für Einschornsteinsiedlung vorgestellt
Duisburg. Am 11. April haben Oberbürgermeister Adolf Sauerland und Stadtentwicklungsdezernent Jürgen Dressler die „Gestaltungsfibel“ für die Einschornsteinsiedlung vorgestellt. Die von 1928 bis 1930 gebaute und Mitte der Achtziger Jahre unter Denkmalschutz gestellte Siedlung ist eines von insgesamt 150 zusammenhängenden städtebaulichen Ensembles, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden sind als Antwort auf die rasante Bevölkerungszunahme im Zuge der Industrialisierung. Die Konzepte, die den Siedlungen zugrunde lagen, wurden in einem intensiven sozialpolitischen und städtebaulichen Diskurs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erarbeitet. Dabei wurden Qualitätsstandards definiert und umgesetzt, die ihre Gültigkeit bis heute nicht verloren haben.
Die Einschornsteinsiedlung in Neudorf gehört wegen ihrer an die Bauhausarchitektur angelehnten Gestaltung zu den herausragenden Siedlungen in Duisburg. Ihre Besonderheit liegt nicht nur in der kubistischen Formgebung, sondern auch in der Zentralisierung der Versorgungseinrichtungen. Ihren Namen verdankt sie dem augenfälligen Schornstein des in der Mitte der Siedlung gelegenen Heizwerks. Dort waren auch ein Gemeinschaftswaschhaus, ein Versammlungssaal, ein Kinderhort, Geschäfte und Garagen untergebracht.
Auch wenn die Duisburger Siedlungen sich in einem guten Zustand befinden, so macht doch die Bewahrung des kulturellen Erbes zusehends Probleme. Viele Siedlungen sind in Teilen oder komplett in Einzeleigentum umgewandelt worden. Wo es früher einen Eigentümer meist in Form einer Wohnungsbausgesellschaft gab, versuchen jetzt viele Individualeigentümer ihre unterschiedlichen Wohnvorstellungen zu verwirklichen.
Die hier vorgestellte Denkmalfibel ist die mittlerweile siebte, die von der Unteren Denkmalbehörde herausgegeben wurde. Sie ist ein Leitfaden für die Denkmaleigentümer und gibt neben reichhaltigen Informationen zur Siedlung auch Hilfestellung für eine denkmalgerechte Sanierung. Erhältlich ist sie u.a. beim Bürgerverein Neudorf im Büro vor Ort, Gabrielstraße 35 (besetzt an jedem Marktag freitags) sowie im Vereinsbüro im Neudorfer Tor, Kammerstraße, in der Räumen der Barmer Versicherung (besetzt immer montags von 10.00 bis 13.00 Uhr ). Weitere Verteilerstandorte nennt die Untere Denkmalbehörde, Friedrich-Wilhelm-Straße 96, Duisburg-Mitte, Telefon: 0203/283-2054