Die Stadt will dem EVD helfen
Duisburg, 8.Oktober 2006
Knut Martini ist nun schon seit 13 Jahren Stadionsprecher beim EV Duisburg. „Das musste ich aber noch nie sagen”, schüttelte er Kopf, als er das Mikrofon zur Seite gelegt hatte. „Bitte rücken sie auf”, verkündete er kurz vorher. „Draußen stehen noch Leute, die in die Halle wollen.” Fast scheint es so, als musste erst der Blitz einschlagen, bevor die Duisburger Eissporthalle endlich einmal brannte. Nach der 2:11-Katatstrophe gegen Köln und dem angekündigten Rückzug von Ralf Pape zum Saisonende, der zwei Drittel des 3,5-Millionen-Etats bestreitet, drängten sich mehr als die offiziellen 4500 Zuschauer in der Scania-Arena. Sie sahen die Füchse, die im ersten und letzten Drittel kämpften, im zweiten Abschnitt aber dumme Strafzeiten kassierten und den Frankfurt Lions so mit 3:6 (1:3, 1:3, 1:0) unterlagen.
Wichtiger als das Ergebnis war jedoch die angekündigte Hilfe von Seiten der Stadt. „Wir können das hier nicht kaputt gehen lassen”, sagte Sportdezernent Reinhold Spaniel. „Immerhin hat es 24 Jahre gedauert, um in die erste Liga zu kommen.” In dieser Woche wird Spaniel dem Oberbürgermeister Adolf Sauerland von der Situation bei den Füchse telefonisch berichten. Nach der Rückkehr des ersten Bürgers aus dem Urlaub soll es so schnell wie möglich einen Krisengipfel geben. „Wir wollen für den EVD vermitteln”, so Spaniel. „Zumindest ist diesmal genug Zeit. Anders als beim OSC Rheinhausen, als damals Götzen als Sponsor ausfiel und wir nur ein paar Tage Zeit hatten.
Die Fans feierten ihre Füchse. „Das habe ich in den über vier Jahren in Duisburg noch nicht erlebt”, sagte Trainer Didi Hegen, nachdem seine Cracks trotz Niederlage eine Ehrenrunde laufen mussten – bei weiterhin gut gefüllten Rängen.
Die Reihen hatte Hegen für die Partie gegen die Hessen umgestellt. Der wieselflinke Matt Dzieduszycki, der in jeder Partie unermüdlich über das Eis flitzt, spielte diesmal mit Martin Bartek und Rudolf Huna. Und die Anfangphase gehörte den Duisburgern – und „Diesel”, der bereits nach 42 Sekunden die erste Chance hatte. Keine vier Minuten waren gespielt, da brachte Johan Forsander den EVD im Nachschuss in Führung.
Doch wieder einmal waren es unnötige Strafzeiten, die den EVD zeitweise mit 1:6 ins Hintertreffen brachten. Alleine viermal schlugen die Lions in Überzahl zu. „Das war dumm”, ärgerte sich Hegen, der sein Team aber auch lobte: „Nach der turbulenten Woche haben die Jungs gut reagiert, stark gekämpft.”
Und wäre noch das 4:6 gefallen, es hätte noch einmal eng werden können . . .
Tore: 1:0 (3:53) Forsander (Bergström/4-4), 1:1 (7:37) Bassen (Wörle, Danner), 1:2 (13:38) Young (5-4), 1:3 (19:35) Norris (Podhradsky, Macholda/5-4), 1:4 (28:16) Ulmer (Kelly, Armstrong), 1:5 (31:01) Norris (Podhradsky, Peacock/5-3), 1:6 (35:44) Wörle (Danner, Peacock/5-4), 2:6 (39:14) Dzieduszycki (Hajt, Bartek/5-4), 3:6 (40:12) Bartek (Fortin, Schmidt/5-4). Strafen: Duisburg 20 + 10 (Seeley), Frankfurt 18 + 10 (Osterloh). Zuschauer: 4500. the
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