Hauptgesellschafter Ralf Pape kündigt seinen Rückzug vom Duisburger Eishockey und EVD zum Saisonende an. Sofortige Trennung von Sportdirektor Egen und Co-Trainer Lang. Hegen bleibt
EIHOCKEY DEL
Der Eishockeysport in Duisburg steht vor einer mehr als ungewissen Zukunft. Füchse-Hauptgesellschafter Ralf Pape kündigte Freitag an, dass er sich mit seiner Beteiligungsgesellschaft zum Ende der Saison aus dem Duisburger Eishockey zurückziehen wird. Gleichzeitig gab der DEL-Club die Trennung von Sportdirektor Uli Egen und Co-Trainer Karel Lang bekannt.
Drei Tage nach der desolaten Vorstellung des Teams gegen Köln zog Pape damit die Konsequenz aus einer Entwicklung, die sich schon seit einiger Zeit anbahnte. Pape, der nach eigenen Angaben mit seiner Gesellschaft, an der auch seine Ehefrau Petra beteiligt ist, rund 66 Prozent des Gesamtetats der Füchse bestreitet, begründete die Trennung von Sportdirektor und Co-Trainer wie folgt: "Ich wollte beide aus der Schusslinie nehmen, sie können momentan nicht weiterhelfen. Da keiner weiß, wie es nächste Saison mit dem Eishockey in Duisburg weitergeht, vor allem auch nicht finanziell, ist ein Sportdirektor ohne Funktion überflüssig. Mir persönlich ist die Entscheidung über die Trennung sehr schwer gefallen. Am liebsten wäre ich heute selbst zurückgetreten." Dagegen wird Trainer Didi Hegen auch weiterhin das sportliche Sagen bei den Füchsen haben. "Didi und ich haben uns zusammen die Suppe DEL eingebrockt, und die werden wir auch bis zum Ende gemeisam auslöffeln" gab Pape bekannt.
Seine Entscheidung, so Pape, habe er am Freitagmorgen gefällt. Seinen Rückzug zum Saisonende begründete er zudem mit mangelnder Entwicklung rund um den EVD. "Egal in welcher Liga wir spielen, ich glaube, dass zu uns immer die gleichen Zuschauer kommen werden. Die Fans, die wir haben sind klasse, aber es werden leider nicht mehr. Und wenn ich dann noch höre, dass Spieler wie Michael Henrich gefeiert und unsere eigenen Spieler ausgelacht werden, macht es bei mir Klick. Und da fing es an, dass ich den Spass verloren habe. Ich habe auch keine Lust mehr, mich beschimpfen zu lassen."
Wie es mit dem Eishockey in Duisburg in Zukunft weitergehen wird, konnte Pape nicht beantworten. "Die Saison ist finanziell gesichert, wir werden ganz sauber zu Ende spielen. Wir werden die kommenden Monate nutzen, mit allen Gespräche zu führen, um DEL-Eishockey auch in Zukunft möglich zu machen. Ich habe den Verein verschuldet übernommen und werde ihn absolut schuldenfrei übergeben".
Im Beisein von Edgar Kaspers, dem Leiter Sponsoring und Events der König-Brauerei, der darauf verwies, dass König kein größeres Engagement beim EVD übernehmen könne, forderte Pape: "Die heimische Wirtschaft ist jetzt gefordert. Vielleicht gelingt es uns alles auf mehrere Schultern zu verteilen. Eishockey gab es schon vor mir in Duisburg und wird es auch nach mir geben ".
Zur Entwicklung beim EVD fügte Kaspers hinzu: "Alle wollen in Duisburg Spitzensport sehen, aber keiner will ihn bezahlen." Er war sich mit Pape einig: Ein Appell an Wirtschaft und Politik."Am liebsten wäre ich heute selbst zurückgetreten"
06.10.2006 Von Ben Nieleck
WAZ