Mission geglückt
MUSIK. Im 5. Philharmonischen Konzert dirgierte Darlington ein sperriges Werk von Edward Elgar.
Man merkte Jonathan Darlington die Freude an, Edward Elgars Violinkonzert endlich auch in Duisburg dirigieren zu dürfen. Sein Einsatz für das hierzulande nicht sonderlich populäre Werk kam im 5. Philharmonischen Konzert einer kleinen Mission nahe.
Vorurteile abgebaut
Wenn auch Elgar in Deutschland als einer der bedeutendsten britischen Komponisten geschätzt wird, hat doch gerade sein ausladendes, stilistisch brüchiges, teilweise sprödes und orchestral kompakt instrumentiertes Violinkonzert keinen leichten Stand. Darlingtons Interpretation war in der Tat geeignet, Vorurteile gegen den sperrigen Dreisätzer abzubauen.
Das betraf seine sehr sensible klangliche Disposition, die mehr auf Transparenz und Leuchtkraft ausgerichtet war als auf plakative Kraftentfaltung ebenso wie die formal übersichtliche Gestaltung. Ein Konzept, das die Duisburger Philharmoniker mit ihrer Spielkultur eindrucksvoll umsetzten.
Und dann ist da noch James Ehnes zu nennen, der Solist des Abends, der ebenfalls die Noblesse und Feingliedrigkeit des umfangreichen Parts in den Mittelpunkt stellte.
Ein Triumvirat von vorbildlicher Übereinstimmung, das manchen Vorbehalt gegen das Werk entkräften konnte.
Nach der Pause folgte dann zur "Entspannung" Dvoráks "Englische Symphonie", die Achte, die Darlington und die Philharmoniker nicht minder filigran und unaufdringlich zum Klingen brachten. Die dynamischen Höhepunkte wurden entschärft, dafür aber etliche klangliche Feinheiten freigelegt. So, wie man es von Darlington gewohnt ist.
Viel Beifall für einen interessanten Abend.
21.01.2007 PEDRO OBIERA
Quelle: nrz online